Muttertag

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Mütter. (K)ein Tag wie jeder andere. Dieser Tag spaltet die Gemüter, (vor lauter selbstgemachten oder gekauften Geschenken manchmal auch den Frühstückstisch) genau wie das Thema sexuelle Bildung oder Sexismus. Auch das „Mutter“ sein hat ebenso viele feine Facetten und Nuancen wie diese Thematik.

Die einen meinen, das ist alles nur Kommerz, Blumen, Kitsch und Schokolade. Hochgehalten und gefördert von Medien und Wirtschaft. Die anderen sagen, dass es gut ist wenigstens an einem Tag im Jahr den einen Menschen hochleben zu lassen der uns das Leben geschenkt hat. Die nächsten wiederum finden einen Tag viel zu wenig.

Doch was bedeutet es überhaupt eine „Mutter“ zu sein? Muss man dazu eigentlich Kinder haben? Kann eine Frau ohne Kinder auch mütterlich sein? Kann es nicht auch ein Mann, ein Vater, eine Lehrerin oder ein Lehrer, eine Nachbarin oder ein Nachbar sein? Kann ein Mann in unserer Gesellschaft seine mütterliche Seite ohne Einschränkungen und Vorurteile ausleben? Hat eine Mutter die zu Hause bei den Kindern bleibt einen anderen Wert als eine Frau, die den berühmt berüchtigten Spagat zwischen Arbeit und Familie schafft? Fehlt einem Kind mit zwei Vätern die Mutter? Sind zwei Mütter vielleicht eine zu viel? Muss man dazu eigentlich eindeutig Frau oder Mann sein? Was ist mit den Frauen die gerne Kinder hätten, doch keine empfangen können? Was ist mit den Frauen die in ihrer individuellen Lebensplanung keine Kinder vorsehen? Können sie trotzdem eine Mutter für jemanden sein? Wie geht es Frauen und auch Männern die ein Kind verloren haben und jenen die es aus der persönlichen Not heraus weggeben mussten? Hat Mutter sein immer was mit Blumensträußen, rosa Herzchen und Liebe zu tun?

Egal was man von diesem Tag halten möge, er regt an darüber nachzudenken. Die Zeitungen sind voll von Artikel, Leserbriefen und Kommentaren. Einmal im Jahr wühlt der Muttertag all diese Themen ein wenig auf, die oftmals das ganze restliche Jahr unter den Teppich gekehrt werden. Auch wenn ab morgen die Mütter wieder ihren gewohnten Frühstückstisch vorfinden, ist es wichtig, sich zumindest an diesem einen Tag im Jahr etwas bewusst zu machen: Mütterlichkeit in jeglicher Form und Ausprägung ist etwas ganz besonderes, etwas eimaliges und wertvolles dem wir unsere Aufmerksamkeit schenken sollten, auch wenn es nur an einem Tag ist.

In diesem Sinne, wünsche ich allen mütterlichen  und liebenden Wesen einen wunderschönen Muttertag.

Kerstin Wolf
SAM 2016 FH Joanneum

Kerstin Wolf
Teamleitung